Glacier 3000 Run
Gstaad (CH) 7. August
Gstaad, bekannt als Domizil vieler Reichen und Schönen, bekannt aber auch als Eventdorf, hat nun auch einen spektakulären Hochgebirgslauf, den Glacier 3000 Run. Ausgangspunkt ist dabei das verkehrsfreie Dorfzentrum (1050 m), Ziel das Gletscherskigebiet Glacier 3000 mit dem Gipfelrestaurant Botta auf 2891 m Höhe. Dazwischen liegen zunächst einmal moderate 16 Kilometer im kupierten Gelände über Asphalt, Wald- und Kieswege nach Gsteig und Reusch. Dies ändert sich allerdings schlagartig ab der Talstation Reusch, denn hier wird der Glacier 3000 Run zu einem selektiven, spektakulären Lauf. Bergwanderwege, schmale Alppfade, Geröllabschnitte und letztlich die Kräfte zehrende Gletscherpassage mit Cross-Charakter auf dem Scex Rouge. In der Summe 1841 Höhenmeter, die es in sich haben.
Am Schnittpunkt dreier Kantone kann die Aussicht kaum schöner sein. Ein 360° Panorama zeigt die schönsten Alpengipfel mit Eiger, Mönch, Jungfrau, Matterhorn und dem Mont Blanc. Aber der Weg bis zum Ziel direkt am futuristischen Gipfelrestaurant Botta ist im wahrsten Sinne steinig. Und ein keineswegs ungefährliches Unterfangen. „Der Transport und die Sicherheit liegen uns besonders am Herzen“, so OK-Chef Bernhard Tschannen. „Wir haben natürlich eine Schlechtwettervariante, einen Notfallplan, der selbst noch während des Rennens hätte greifen können!“ Bei der Premiere war dies freilich nicht notwendig, aber dafür bei der zweiten Auflage. Trotz starker Regenfälle gab es kurz vor dem Startschuss das „Go“ für den Normalparcours.
Die Premierensieger sind auch die Ersten bei der Zweitauflage mit erschwerten Bedingungen: Martin Cox ließ sich von nichts beeinträchtigen und spulte „sein“ Rennen in 2:27:05 herunter. Als Neunte tauchte schon Claudia Landolt am in Regenwolken eingehüllten Zielhang am Scex Rouge auf. Sie verpasste bei absolut unwirtlichen Bedingungen ihre 2008er Zeit nur um 48 Sekunden! Dank eines starken Schlussabschnitts holte sich Michael Barz gegen Urs Jenzer noch Rang zwei in 2:30:58. Corinne Zeller lag ebenso drei Minuten als Zweite zurück. War es noch auf der Aussichtsplattform recht ungemütlich, so stimmungsvoll ging es wenige Stunden im Festzelt am Kapälliplatz zu. Eine Siegerehrung in bester Atmosphäre ist gewiss die beste Werbung für die dritte Auflage...