Karwendellauf
MITTENWALD (D) 25. Juli
Der Karwendellauf ist längst eine feste Größe in der Berglauf-Szene, wenngleich hoch ambitionierten Plänen der finanzielle Hintergrund fehlt. Dennoch haben zahlreiche Cracks der Szene in Mittenwald ihre Visitenkarte abgegeben. Elf Kilometer extrem steiler Aufstieg, an der Spitze prominente Sieger, zumeist Kaiserwetter! „Narrisch steil“ nennt Veranstalter Kurt König den außergewöhnlichen Berglauf direkt an der deutsch-österreichischen Grenze. Und spektakulär. Weil es dazu noch durch eine 450 m lange Tunnelröhre geht, bevor im zumeist gleißenden Sonnenlicht der Schlusskilometer in Angriff genommen werden kann. Der weltbeste Gipfelstürmer Jonathan Wyatt hält mit 59:10 Minuten natürlich auch hier den Streckenrekord. Fehlt „Jono“ wegen einer Terminkollision, dann rücken andere wie Timo Zeiler ins Blickfeld, der seit 2007 stets die Konkurrenz in Schach halten konnte - und 2008 auch als deutscher Meister an der Bergstation der Karwendelbahn einlief. Bei der 2009er Auflage musste er sich allerdings bis ins Ziel dem starken Südtiroler Hannes Rungger erwehren, der nur 12 Sekunden dahinter folgte. Bei den Frauen gab die frühere Weltbeste Angela Mudge als Zwanzigste des Gesamteinlaufes mit der neuen Streckenrekordzeit von 1:13:48 eine Top- Vorstellung.
Touristenbevölkerte Fußgängerzone, geteerte und später geschotterte breite Naturstraßen, einsame Bergpfade und robuste Geröllfelder - Abwechslung total beim Karwendellauf. Und das Kontrastprogramm geht weiter, Organisator Kurt König liefert es mit Popdance auf „der Hütt'n“, Pasta zum Abwinken und Freibier (!) im Ziel. Das frühere Berglaufass weiß Mittenwalds Bürgermeister hinter sich, und das kann für eine ambitionierte Organisation nur förderlich sein, die beim 9. Karwendellauf mit 300 Teilnehmern auch eine neue Bestmarke setzen konnte. Schließlich geht es die lange Skiabfahrt in natürlich umgekehrter Richtung, zumeist durch hochalpines, sensibles Naturschutzgebiet.