Kitzbüheler Horn-Bergstraßenlauf
Kitzbühel (A) 28. August
Der Blick auf die Ehrentafel zeigt den internationalen Charakter des Bergstraßen-Laufes zum Kitzbüheler Horn auf 1996 m Höhe, die Namen das „Who is who“ der großen Berglaufwelt. Horn-Organisator Franz Puckl hat sie praktisch schon alle auf seinem Hausberg am Start gehabt. „Wer nicht in Kitzbühel einmal gewonnen hat, ist kein richtiger Bergläufer“, klassifizierte er einmal die vermeindlichen Asse der Szene nach eigener Philosophie. Der umtriebene „Poltergeist“ aus Going hat gewiss vieles bewegt („Ich habe den Berglauf hoffähig gemacht!“), sich aber auch mit so manchen Aktionen mehr Ärger als ihm lieb war eingehandelt. Spürt aber auch den weiteren Abwärtstrend bei der sicherlich (noch) attraktiven Veranstaltung. So kamen beim 32 Horn-Bergstraßenlauf August 2010 lediglich 136 Finisher am Fernsehturm an, die kommunale Unterstützung war auch schon besser. Die bodenständige Disziplin Berglauf steht in Kitzbühel trotz aller Tradition hinter Tennis, Skisport und Triathlon lediglich in der zweiten Reihe…. Vielleicht helfen attraktive Ideen wie die Hahnenkamm-Abfahrt aufwärts zu laufen. Als Snow Race versteht sich?
Die Strecke führt nach einer Flachpassage am Hauptplatz ab Kilometer vier stetig in Serpentinen auf der durchweg asphaltierten Fahrstraße mit Steigungen zwischen 12 und 23 % zum Fernsehturm auf dem Kitzbüheler Horn. Extras gibt‘s angesichts der Popularität des Laufes in Fülle: Das Hornlauf-Präsent, den Rücktransport mit den Horn-Bahnen, die am Renntag offene, ansonsten mautpflichtige Fahrstraße, eine originell-reichhaltige Tombola und die Siegerehrung im Alpenhaus mit vielen Preisen und ein abgestuftes Preisgeldgefüge ist Anlass genug für einen Start am Horn. Standesgemäß halten zwei Neuseeländer die Kursrekorde: Jonathan Wyatt (55:58) und Melissa Moon (1:07:31). Die 32. Auflage wurde zum Familientag für die Wyatts. Jonathan stürmte wie gewohnt zum Fernsehturm hoch und gewann in 58:59 Minuten das Duell mit den „österreichischen Kenianern“ mit Basislager auf der Hebalm in der Steiermark, angeführt von Isaak Toroitich Kosgei (1:00:00) und Elvis Kipruto Maiyo (1:00:26). Antonella verhinderte mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg in 1:12:10 den neuerlichen Erfolg der unverwüstlichen Carina Lilge-Leutner, die bravourös die weitere Konkurrenz in Schach mit 1:17:01 hielt und dies 19 Jahre (!) nach ihrem ersten Erfolg am Horn.