Val Gardena Extrem Berglauf
St. Ulrich (I) 4. September
Herbstliche Stimmung in den Dolomiten macht den Val Gardena Extrem Berglauf zu einem besonderen Erlebnis. Vom Marktplatz des 1.236 m hoch gelegenen Dolomitendorfes St. Ulrich, dem Geburtsort der Bergsteigerlegende Luis Trenker, geht es zunächst eher moderat in Richtung Wolkenstein, bevor der eigentliche Berglauf mit abwechselnd welligen und kurzen steilen Anstiegen auf zunächst Forststraßen durch schattiges Waldgelände, bevor es ins offene Gelände geht. Und hier beginnt das Erlebnis pur: Der Blick auf die gewaltigen Gebirgsmassive mit dem Sellastock oder dem Langkofel lassen den Atem stocken und das Laufen trotz beträchtlicher Höhe zum Genuss werden. Nach einer Abwärtspassage zum Col Marisana wird die Strecke steiler und felsiger. Tolle Stimmung an der Hütte Comici, bevor es durch die „steinige Stadt“ zur Kontrollmarke Sellajoch-Haus (2.176 m Höhe) geht, die nach 2:30 Stunden erreicht sein muss, sonst ist das Val-Gardena-Erlebnis vorbei.
Wer sich bislang eher gefragt hat, wieso denn der Zusatz „Extrem“ im Titel der Veranstaltung geschrieben steht, der wird ab dem Sellajoch- Haus eines besseren belehrt. Ein „steiler, teilweise wegloser Schutthaufen“, so bezeichnete es einst eine Läuferin respektvoll, führt letztlich zur Toni Demetz-Hütte in 2.685 m Höhe. Laut Reglement sind hier sogar Stöcke erlaubt, wohl dem, der hier seine Betreuer positioniert hat… Die Toni Demetz-Hütte liegt tief eingebettet in der Langkofelscharte zwischen Langkofen und Fünffingerspitze und ist benannt nach einem bekannten Bergführer, dessen Sohn heute die Hütte führt und bekannt ist für herzhafte Tiroler Küche.
Die Rückfahrt geht in Etappen, zunächst mit einer Zweiergondel bis zum Sellajoch-Haus, wo die Siegerehrung in eine liebevoll gestaltete Pasta- und Kuchenparty eingebettet ist, ehe es in Kleinbussen zurück nach St. Ulrich geht. Die 12. Auflage des unbedingt zu empfehlenden Val Gardena-Extrem Berglaufes sicherte sich zum vierten Male bereits Ellen Clemens, die die Herausforderung diesmal in 2:07:57 Stunden meisterte. Bei den Männern duellierten sich die beiden Südtiroler Hannes Rungger (1:39:26) und Thomas Niederegger (1:40:30) bis zur Toni-Demetz-Hütte, im insgesamt nur 80 Finisher umfassenden Feld wurde der Brite Edwards Orlando Dritter.